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Christoph - Graupner - Schule

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Eingliederungshilfen an Schulen bei Schülerinnen und Schülern mit besonderem oder sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen und Förderschulen

1 Rechtliche Grundlagen für den Einsatz von Eingliederungshilfen

Bezugsparagraphen

- Hilfe zu einer angemessenen Schulbildung nach §§ 53+54 SGB XII- § 53 (Leistungsberechtigte und Aufgaben)
„(1) Personen, die durch eine Behinderung im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 des Neunten Buches wesentlich in ihrer Fähigkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben, eingeschränkt oder von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind, erhalten Leistungen der Eingliederungshilfe; wenn und solange nach der Besonderheit des Einzelfalles, insbesondere nach Art und Schwere der Behinderung, Aussicht besteht, dass die Aufgabe der Eingliederungshilfe erfüllt werden kann. Personen mit einer anderen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung können Leistungen der Eingliederungshilfe erhalten.“
„(3) besondere Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es, eine drohende Behinderung zu verhüten oder eine Behinderung und deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern und die behinderten Menschen in die Gesellschaft einzugliedern. Hierzu gehört insbesondere, den behinderten Menschen die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen oder zu erleichtern, ihnen die die Ausübung eines angemessenen Berufs oder einer sonstigen angemessenen Tätigkeit zu ermöglichen oder sie so weit wie möglich unabhängig von Pflege zu machen.“
§ 54 (Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung)
und
SGB IX §§ 26, 33,41

2 Aufgabenbereich Individuelle Assistenz im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts an der allgemeinen Schule

Weitere mögliche Unterstützungen können im Nachteilsausgleich spezifiziert werden.

Rechtlicher Bezug:
Nachteilsausgleich für Schülerinnen und Schüler mit Funktionsbeeinträchtigungen, Behinderungen oder für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen.
Erlass vom 18. Mai 2006 ABl. 6/06

Der zeitliche Umfang der Hilfen orientiert sich an dem sonderpädagogischen Förderbedarf und sollte auf die jeweiligen Bedarfe zugeschnitten sein. Grundsätzlich sollten in regelmäßigen Teamgesprächen die Art der Unterstützung definiert und festgelegt werden. Notwendig sind diese regelmäßigen Absprachen, um die Zusammenarbeit erfolgreich zu gestalten.
Art, Umfang und Dauer der Eingliederungshilfen müssen beim Sozialträger in der Regel mit einem schriftlichen Antrag jährlich neu gestellt und genehmigt werden. Es liegt im Ermessen des Sozialträgers, ob - neben des Berichtes der Mitarbeiter des Beratungs- und Förderzentrums, eines sonderpädagogischen Gutachtens im Rahmen des Aufnahme- und Entscheidungsverfahrens und /oder ärztlicher bzw. psychologischer Gutachten - weitere Stellungnahmen durch Gutachten des Gesundheitsamts hinzugezogen werden.

3 Eingliederungshilfen an der Schule für Praktisch Bildbare

Bei Schülerinnen und Schülern mit einem festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf im Sinne der Schule für Praktisch Bildbare ist der Einsatzort die Schule für Praktisch Bildbare. In der Regel sind diese Kräfte im Rahmen der Poollösung in einem Klassenteam eingesetzt.

4 Antragstellung

Erstanträge und Weitergewährungsanträge werden von den Eltern bei den zuständigen Sozialträgern gestellt.
Für betroffene Schülerinnen und Schüler aus der Stadt Darmstadt wird der Antrag formlos an die folgende Adresse gestellt:

Sozialverwaltung
-Jugendamt-
Abteilung Wirtschaftliche Jugendhilfe
Frankfurter Str. 71
64293 Darmstadt
Tel. 06151-13 2396
Ansprechpartner: Herr Müller/Herr Manske

Für betroffene Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg erfolgen die Anträge an folgende Adresse:

Sozialamt
-Rehabilitation und Pflege-
Albinistraße 23
64807 Dieburg
Tel. 06071-881-0
Ansprechpartner: Herr Höfer/Frau Übel

5 Vermittlung der Eingliederungshilfen

Die Vermittlung erfolgt je nach Bedarf, Region und Ansprechpartner über verschiedene Institutionen z.B.

und weitere mit dem Sozial- und Jugendamt zusammen arbeitende Dienste für Eingliederungshilfen.

Für Anfragen ist immer auch das Beratungsteam des Beratungs- und Förderzentrums für Körperbehinderte Ansprechpartner.

Einsatzmöglichkeiten für Eingliederungshilfen.
Anforderungsprofil

Durch pädagogische und/oder psychologische und/oder amtsärztliche Gutachten wird der Bedarf und der Umfang von Eingliederungshilfen ermittelt.

Eine Eingliederungshilfe im GU ist personengebunden.

Nach Feststellungsbescheid durch das zuständige Sozial- oder Jugendamt hat der Klient einen Anspruch auf Gewährung und Durchführung entsprechender Leistungen durch die Eingliederungshilfe.

Während des Unterrichts unterstützt die Eingliederungshilfe die Integration und schulische Förderung der Schülerin/ des Schülers mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Lerngruppe.

Die Eingliederung und Förderung ist immer auch im Kontext mit der Lerngruppe zu sehen, d.h. der Fokus muss nicht immer im Schulalltag auf dem behinderten Kind sein (Vermeiden einer symbiotischen Beziehung von Eingliederungshilfe und Klient).

Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es, die Folgen einer Behinderung zu mildern und den Klienten die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen.

Im Sinne des Nachteilsausgleiches kann die Eingliederungshilfe in Absprache mit allen Beteiligten für Hausaufgabenhilfe und wenn es erforderlich ist, als Nachmittagsbetreuung eingesetzt werden.
Dies hängt auch von dem bemessenen Stundenumfang ab.

Bei Erkrankung muss die entsprechende Dienststelle für Ersatz sorgen.

Bei Erkrankung oder Nachsorge nach Krankenhausaufenthalten sollte im Vorfeld geklärt werden, ob die Eingliederungshilfe im häuslichen Umfeld den Klienten betreut. Dies könnte das Bringen von Unterrichtsmaterial und Nacharbeiten von Lernstoff zu Hause sein. Dies sind letztendlich Einzelfallentscheidungen, die vom Gesundheitszustand des Kindes und der Belastbarkeit abhängig sind.

Bei längeren Fehlzeiten des Kindes kann die Dienststelle der Eingliederungshilfe über einen vorübergehenden anderen Einsatzort entscheiden.

Ist eine Schulwegbegleitung mit einem PKW notwendig, wird dies auf Antrag der Eltern mit dem entsprechenden Sachbearbeiter des Städtischen Schulamtes in der Kostenübernahme für den Transport geklärt.

Ist die Schulwegbegleitung zu Fuß möglich, kann dies auch im Rahmen des Zeitbudgets der bewilligten Stunden erfolgen.

Grundsätzlich sollte der Einsatz der Eingliederungshilfe so gestaltet sein, dass die Gesamtgruppensituation aller Schülerinnen und Schüler unterstützt und gefördert wird. Zu einer dem Auftrag gemäßen erfolg versprechenden Unterstützung gehört die Präsenz durch aktive Mitarbeit der Eingliederungshilfe in den Unterrichtssituationen.


 
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