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Christoph - Graupner - Schule

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Darmstädter Echo vom 21. Februar 2014 | bif |

Kalebasser können unsichtbar werden

Graupnerschule – Startschuss für ein Langzeitprojekt: Schüler mit Einschränkungen drehen ein Weltraumabenteuer

Unterwegs nach Kalebasse: Agent Fred in seinem Raumauto muss Verbündete finden, um das Universum vor dem fürchterlichen Käptn Krikmok und dessen miesen Machenschaften zu retten. Schüler der Graupnerschule drehen den Film „4 gegen Käptn Krikmok“, ein Langzeitprojekt.

Die Christoph-Graupner-Schule, Förderschule für Kinder und Jugendliche mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten und zum Teil auch mehrfachen Behinderungen, gab am Freitag den Startschuss für ein medienpädagogisches Langzeit-Filmprojekt, das den Übergang Schule-Beruf thematisiert – und zwar als Weltraumabenteuer.

Das ganze Universum ist in Gefahr! Weltraumfiesling Käptn Krikmok kann mit seinem lila Plasma alle Sonnen dunkel machen! Damit geht natürlich auch die Erde unter, deren Hauptstadt Darmstadt heißt und deren Präsident im Darmstadtium sitzt. Da hilft nur eins: Agent Fred! Agent Fred erhält den Auftrag, zu benachbarten Planeten zu fliegen und Verbündete mit Superkräften finden.

Der Planet Kalebasse sieht erstaunlicherweise aus wie ein Kürbis und hat Bewohner, die nicht nur lustig und schnell sind, sondern sich auch unsichtbar machen können. Agent Fred wird dort, auf Allu und auf Mignon verbündetenfündig. Und so kommt es zu „4 gegen Käptn Krikmok“, wobei auch noch ein Weltraumräuber, seine Pistole und die beiden Pferde Max und Caruso eine Rolle spielen.

So haben es sich die Schüler der Christoph-Graupner-Schule ausgedacht. Und so wird es auch gemacht bei dem Film „4 gegen Käptn Krikmok“. Er ist Teil eines auf ein Jahr angelegten Projekts für die höheren Klassen, eine Übung zum Übergang Schule–Beruf, weshalb auch das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft mit im Boot ist.

Für Lehrerin Stefanie Wenzel, die mit ihren Kolleginnen ein Buch mit Zeichnungen der Schüler und Illustrationen vorbereitet hat, das als Drehbuch dienen wird, ist das keine Frage. Auch für Jugendliche mit mehrfachen Behinderungen und starken kognitiven Einschränkungen endet irgendwann die Schulzeit, kommt irgendwann die Phase beruflicher Orientierung. „Da geht es um die Einschätzung der eigenen Kompetenzen, um Selbsterfahrung und Selbstbewusstsein“, sagte sie am Rande der Veranstaltung. Genau wie beim Filmdreh.

Jeder werde im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt. „Dadurch lernen alle voneinander“, ergänzte Filmemacher Christian Mayer vom Bildungswerk, der schon mehrere preisgekrönte Filmprojekte mit eingeschränkten Kindern und Jugendlichen organisiert hat.

Alle 18 Klassen machen mit

Das Großprojekt – alle 18 Klassen sind eingebunden, „das hatten wir noch nie“, sagte Schulleiterin Gisela Kappacher – wird nicht nur vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, sondern auch von Stadt, Heag, der Bürgerstiftung und der Sparkassenstiftung finanziell unterstützt. Zumindest einen Tag lang als Schauspieler mitwirken wird auch der aus der „Sendung mit der Maus“ bekannte Moderator Ralph Caspers.

Bis zum Herbst soll der Kurzfilm von und mit allen Schülern fertig sein, danach geht es mit den Jugendlichen weiter in berufsorientierende Projektarbeit.Wenn Käptn Krikmok endlich das Handwerk gelegt ist, kann man sich ja anderen Dingen zuwenden.

Darmstädter Echo vom 26. Januar 2012 | bif |

Martinsviertel, all inclusive

Soziales – Eine von der „Aktion Mensch“ geförderte Projektgruppe bereitet den Weg für ein barrierefreies Quartier

Im Martinsviertel gibt’s einfach alles: Schulen jeglicher Richtung, zahlreiche Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder auch aktive Kirchengemeinden, um nur einige zu nennen. Dies ist der Grund, weshalb das Quartier für das Projekt „Inklusives Martinsviertel“ ausgewählt wurde.

Die selbstverständliche Teilhabe an allen Bereichen der Gesellschaft ist inzwischen dank einer UN-Konvention keine freiwillige Vereinbarung bemühter Kreise mehr, sondern verbürgtes Menschenrecht. Deswegen hat „Inklusion“ den jahrzehntelang üblichen Begriff der „Integration“ abgelöst. Inklusion bedeutet die Einbeziehung aller als selbstverständlichen Teil eines großen Ganzen. Integration bedeutet dagegen Eingliederung Außenstehender. Und genau das sollen Menschen mit Behinderungen nicht sein – Außenstehende. Sowenig wie Frauen, Einwanderer, Demenzkranke, Kinder, Senioren oder Bartträger. Die Stadt Darmstadt hat vor zwei Jahren der „Erklärung von Barcelona“ zugestimmt, mit der sich Städte zur Inklusion verpflichten, wobei sich der ungehinderte Zugang aller zu allen Bereichen des Lebens nicht nur auf abgesenkte Bordsteine beschränkt. „Barrierefreiheit heißt nicht nur baulich und verkehrlich, sondern auch bildungsmäßig“, betonte Sozialdezernentin Barbara Akdeniz bei der Vorstellung des Projekts „Inklusives Martinsviertel“.

Um konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen ergreifen zu können, bedürfe es einer Analyse. Und dafür eigne sich gemäß dem sozialpolitischen Credo „Partizipation, Prävention und Sozialraumorientierung“ zunächst die Stadtteilebene. Das Martinsviertel sei dafür ideal, sagte Barbara Akdeniz, weil es alle Schulformen, die Kurt-Jahn- Anlage mit Wohnheim und Werkstätten für behinderte Menschen, aktive Sozialverbände und Kirchengemeinden, ein Krankenhaus oder Angebote für psychisch Kranke gebe – und offene Strukturen.
In den kommenden vier Monaten soll sich, mit 15 000 Euro von der „Aktion Mensch“ gefördert, ein Vernetzungsgremium gründen. Es soll die Betroffenen einbinden und „Betriebe und Institutionen dazu bringen, die Teilhabe zuzulassen“, sagte Margit Balß vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Egal ob Bäcker, Metzger, Restaurant oder Post – „auch bei den Gewerbetreibenden ist die Bereitschaft da, aber sie brauchen Hilfestellung bei den Organisationsstrukturen.“
Dass so alle profitieren werden, davon zeigte sich Horst Philipp Bauer von der Software-AGStiftung, die demnächst über die zweijährige Anschlussförderung des Projekts entscheidet, überzeugt. Dass es nicht leicht wird, wissen die Projektbeteiligten. „Inklusion macht Angst“, sagte Behindertenpädagogik-Professor Manfred Gerspach von der Hochschule Darmstadt, die das Projekt wissenschaftlich begleitet. Bordsteine gebe es nicht nur an Straßen, sondern auch in Gedanken und im Herzen.

„Es ist normal, verschieden zu sein“, stellte Projektleiterin Elke Schaab fest. „Menschen haben einfach unterschiedliche Bedürfnisse.“ Angst mache die Vorstellung, die man vom anderen habe. Wenn diese Vorstellung thematisiert werde, sei es oft kein Thema mehr.
Das zu bestellende Feld ist groß. Nicht nur Gewerbe ist ein Thema, auch passende Angebote von Sportvereinen oder die Aufnahme nichtbehinderter Kinder in Förderschulen, die bewusste Verwendung von einfacher Sprache oder die unterstützte Kommunikation durch einfache Bilder und Symbole gehören zum Beispiel dazu.
Exemplarische Bestandsaufnahme von einem Stadtteil, Infrastruktur verbessern, Barrieren abbauen, so lautet der Plan nach HDA-Professor Gerspach. Seiner Ansicht nach „tut das unserer Gesellschaft ganz gut“. Und sobald das Martinsviertel all inclusive ist, gehe es an den Rest: „Wir wollen Darmstadt allmählich erobern.“

Für ein gleichberechtigtes Miteinander aller Menschen – auch denen mit Einschränkungen – setzt sich das Projekt „Inklusives Martinsviertel“ ein. Das setzt voraus, dass alles allen jederzeit zugänglich ist – und führt auch in der Bildung zu der spannenden Frage, ob sich nicht Förderschulen wie die Christoph-Graupner-Schule (unser Bild) auch Schülern ohne Behinderungen öffnen sollten.

Foto: Claus Völker

Aus: Darmstädter Echo vom 27. Mai 2011. Von Henning Jauernig

„Das hätte ich sonst nie kennengelernt“

Soziales - Patrick Wesch ist einer der letzten Zivildienstleistenden – Betreuung eines schwerstbehinderten Schülers

Patrick Wesch könnte jetzt mitten in einer Ausbildung stecken, in einer Vorlesung sitzen oder mit dem Rucksack durch Australien reisen. Stattdessen leistet er als einer der letzten in Deutschland seinen Zivildienst an der Christoph-Graupner-Schule ab. Am 31. Mai endet der Dienst des Zwanzigjährigen. Dann ist der Zivildienst nach 55 Jahren gemeinsam mit der Wehrpflicht in Deutschland vorerst einmal abgeschafft.
Wesch betreut rund um die Uhr einen schwerstbehinderten Schüler. Er geht mit ihm mehrmals täglich auf Toilette, hilft ihm beim Essen und arbeitet mit ihm. Er kann ihn keine Minute aus den Augen lassen. Zusätzlich übernimmt er nachmittags nach Schulschluss hausmeisterliche Tätigkeiten.

Der Zivildienst an der Graupner-Schule, eine Schule für Kinder mit geistiger und körperlicher Behinderung, ist eine anspruchsvolle Tätigkeit. Täglich von 8 bis 16 Uhr sind die sechs Zivildienstleistenden in der Schule. 40 Stunden die Woche für einen niedrigen Lohn.
Ohne den Zivi-Zwangsdienst hätte Wesch nie daran gedacht, in der sozialen Branche, geschweige denn mit behinderten Menschen zu arbeiten. „Das konnte ich mir vor neun Monaten noch gar nicht vorstellen, ohne den Zivildienst hätte ich diese Welt womöglich nie kennengelernt.“ Jetzt ist er froh darüber. Wenn er darüber nachdenkt, dass der Zivildienst bald vorbei ist, verfinstert sich sein Gesicht. Am liebsten würde er noch ein Jahr dranhängen.
Seinen fünf Zivi-Kollegen geht es ähnlich. Ihnen hat es allen so gut gefallen, dass sie während der Dienstzeitverkürzung von neun auf sechs Monate freiwillig ihren Dienst um drei Monate verlängert haben.
„Der Zivildienst bot ihnen die Chance, im höchsten Maße soziale Kompetenz zu erwerben. Das prägt fürs Leben, sie bekommen eine andere Sicht auf die Welt“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Elvira Gotta-Wolf.
Neben den Zivildienstleistenden absolvieren 14 junge Frauen im Alter von 18 bis 25 ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an der Christoph-Graupner-Schule. Sie haben dieselben Aufgaben wie ihre männlichen Zivi-Kollegen. Dazu gehört das Unterstützen der Sonderpädagogen im Unterricht oder das Beaufsichtigen der Schüler.
Gotta-Wolf wird die sechs wegfallenden Zivi-Stellen mit weiteren FSJ-Kräften besetzen. Ihre Schule ist also nicht akut betroffen. „Doch uns geht der männliche Nachwuchs aus. Bislang haben sich erst zwei Männer für das nächste Schuljahr beworben“, sagt sie. Wesch hat nach einem Jahr an der Christoph-Graupner-Schule einen neuen Berufswunsch: Er will Förderschullehrer werden. Mit dem Aus für die Dienstpflicht entfällt nun eine große Möglichkeit, junge Männer für soziale Arbeit zu begeistern. Etwa zwölf Prozent aller Zivis haben sich nach Ende des Dienstes entschieden, weiter im sozialen Bereich zu arbeiten. Dieser Klebeeffekt bleibt in Zukunft aus. Es wird noch schwerer, männliches Personal zu finden. Doch Männer sind wichtig: Sie fungieren als Identifikationsfigur für die Jungen an der Christoph-Graupner-Schule.
Der Club Behinderter und ihrer Freunde (CBF) ist um einiges härter von der Aussetzung des Zivildienstes getroffen. Dort werden im Juni 40 Zivildienststellen wegfallen. Sie wurden als Eingliederungshelfer für körperbehinderte Kinder an Regelschulen eingesetzt.
Georg R. Storck vom Vorstand des CBF will nicht jammern. „Die Arbeit ist da. Sie muss gemacht werden, auch ohne die Zivis.“ Jetzt werden zusätzlich sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer eingestellt, die die Lücke schließen sollen.
Eine im Grunde genommen wünschenswerte Entwicklung, denn so entstehen durch die Aussetzung des Zivildienst reguläre Arbeitsplätze. Doch die müssen bezahlt werden. Die Kosten für den Zivildienst hat bislang der Bund getragen. Jetzt kommen weitere Kosten auf die Kommunen zu.

Norbert Look, Geschäftsführer des Johanniter-Behinderten-Fahrdiensts, wird die entstehende Lücke mit 400-Euro-Jobbern auffüllen. Doch trotz dieser niedrigen Löhne sind sie rund dreimal teurer als Zivildienstleistende. Höhere Preise kommen auf Schulen und Behindertenwerkstätten zu. „Unser Klientel ist nicht gerade wohlhabend. Notfalls müssen wir Touren einstellen“, erklärt er.
Storck würde es sich wünschen, wenn die Leistungsträger in der Gesellschaft stärker in die Pflicht genommen werden würden: „Wir brauchen mehr steuerliche Einnahmen, um die Schwachen in der Gesellschaft zu unterstützen.“
Die Beendigung des Zivildienstes stellt die politische Frage nach steuerlicher Umverteilung neu. „Die Gesellschaft muss die Frage beantworten, wie sie soziale Aufgaben in Zukunft stemmen will“, sagt Gotta-Wolf.
Die Bundesregierung will die auftretende Lücke bislang durch den neuen Bundesfreiwilligendienst schließen. 35 000 Menschen will Familienministerin Kristina Schröder (CDU) für ihn jährlich gewinnen. Insgesamt stellt der Bund 350 Millionen Euro im Jahr für Freiwilligendienste zur Verfügung, deutlich weniger als bisher für den Zivildienst.
Wie die Regierung den neuen Dienst schmackhaft machen will, ist aber noch nicht geklärt. Im Gespräch sind derzeit Anrechnungen bei der Rente und bei Wartezeiten für das Studium.
Vom Bundesamt erwartet die stellvertretende Schulleiterin Elvira Gotta-Wolf jedoch wenig: „Da hat sich noch keiner bei uns gemeldet“. Doch die Christoph-Graupner-Schule ist auf freiwillige Helfer angewiesen. Ohne sie kann der Schulbetrieb, wie er momentan existiert, nicht aufrecht erhalten werden.
„In einer Klasse mit zwei Rollstuhlfahrern, die gepflegt werden müssen, brauchen wir trotz Lehrer und Erzieher weitere Hilfskräfte.“ Ohne FSJ wäre die Aufsicht viel engmaschiger, Ausflüge wären nicht mehr realisierbar.

Wesch kann es verstehen, wenn sich junge Menschen nicht für ein FSJ bewerben wollen. „Ich hätte das auch nie freiwillig gemacht. Dass einem so etwas gefällt, weiß man vorher nicht.“ Jetzt ist Wesch froh darüber, dass er noch einer der letzten ist, der zum sozialen Dienst „gezwungen wurde“. Er hat noch nie so viel gelacht bei der Arbeit, wie in den letzten neun Monaten.

Hilfe beim Wäscheservice: Patrick Wesch (Zweiter von links) leistet an der Christoph-Graupner-Schule noch bis zum 31. Mai Zivildienst und ist damit einer der letzten Zivis in Deutschland.

Foto: ROMAN GRÖSSER

Aus: Darmstädter Echo vom 16. Juni 2008.

Lernen, den Alltag zu bewältigen

Jubiläum - Christoph-Graupner-Schule für praktisch Bildbare besteht seit 35 Jahren - Abschlussklasse verabschiedet

Abschlussfeiern gehören zu den bedeutenden Momenten im Leben eines Schülers. Für die zehn jungen Menschen zwischen 16 und 19 Jahren, die am Samstag in der Christoph-Graupner-Schule ihre Entlassfeier begangen haben, war das nicht anders. Die Schule für praktisch Bildbare feiert in diesem Jahr zudem ihr 35. Jubiläum. Unter der Leitung von Ernst Göbel begleiteten Schüler das Abschlussfest mit Musik. Später trat auch die Tanz-AG der Schule auf. Musik kann ein Zugang zu Menschen mit Behinderung sein, sagte der Sonder- und Heilpädagoge. Über das gemeinsame Erleben von Rhythmus und Emotionen lernen Kinder diese zuzulassen und zu zeigen.

1973 wurde die Graupner- Schule als Modellschule gegründet. Mit maximal acht Kindern pro Klasse und heil- und sonderpädagogischer Betreuung in Lehrerteams können Kinder mit Behinderung optimal gefördert werden. 1978 wurde sie zur Ganztagsschule. 1986 kamen ein Schwimmbad, weitere Fachräume und ein Bewegungszentrum hinzu, um den Anspruch einer ganzheitlichen Förderung erfüllen zu können. In Kooperation mit der Technischen Universität wird sogar eine Reittherapie angeboten.

Wir wollen Selbstverwirklichung in sozialer Integration erreichen, erklärte Direktorin Gisela Kappacher das Konzept der Schule. Jeder soll nach seinen Möglichkeiten gefördert werden. Dazu erarbeiten die Lehrer für jeden Schüler einen individuellen Lehrplan. Die Schüler lernen vor allem die Bewältigung des Alltags. Kappacher: Wir glauben, dass jeder Mensch das Recht hat, sich mitteilen zu können. Schüler, die nicht sprechen können, erhalten einen Kassettenrekorder mit Bandansagen für Alltagssituationen, den so genannten Talker. Per Knopfdruck können sie so ihre Bedürfnisse ausdrücken.

Gesundes Essen in der Mensa

Nach dem Abschluss besuchen die Schüler in der Regel eine Werkstatt für behinderte Menschen. Dort werden sie zunächst in einer zweijährigen Ausbildung auf die Berufswelt vorbereitet, arbeiten dann in der Werkstatt mit. Am Schulkiosk und in der Mensa wird nur gesundes Essen angeboten, und viele Lehrer haben Fortbildungen besucht, um das Bewegungsangebot für die Schüler auszuweiten. Mittlerweile gibt es sogar ausgebildete Skilehrer an der Schule. So viel Engagement bleibt nicht unbelohnt. Roswitha Schug vom Staatlichen Schulamt überreichte einen Preis für gesunde Ernährung und für das Bewegungsangebot.

Auch die Graupner-Schule leidet unter Geldnot. Wegen steigender Schülerzahlen mussten Fachräume in Klassensäle umgewandelt werden. Es fehlt an allen Ecken und Enden , klagt Kappacher. über einen Förderverein versucht die Schule, zusätzliche Gelder einzuwerben. Am Beispiel des sechzehnjährigen Alexander Biermann zeigt sich, dass das Konzept trotz finanzieller Schwierigkeiten aufgeht. Der junge Mann gehört zu den diesjährigen Absolventen und wechselt an die Ernst-Elias-Niebergall- Schule. Dort wird er eine „Schule-und-Betrieb“ -Klasse besuchen und hofft auf eine reguläre Ausbildung. Am liebsten wäre mir etwas mit Elektronik oder Holz. Ich bastele nämlich gerne. Doch zuvor geht es für ihn ins paralympische Sportjugenddorf nach Peking. Er wird als Gast an den Eröffnungsfeiern teilnehmen. Biermann hofft, in vier Jahren selbst als Athlet bei den Paralympics dabei zu sein: Ich bin ein ziemlich guter Schwimmer.

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Auf drei Rädern: Heiß begehrt bei den Kindern waren die Rundfahrten im Beiwagen - ein Programmpunkt des Jubiläumsfests an der Christoph- Graupner-Schule.

FOTO: ROMAN GRÖSSER


 
 
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