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Christoph - Graupner - Schule

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Unterstützte Kommunikation
an der Christoph-Graupner-Schule in Darmstadt

Die Unterstützte Kommunikation (UK) bildet einen eigenständigen Lernbereich in unserer Schule und ist ein Feld der Sonderpädagogik.

Denn: Auch wer nicht sprechen kann, hat viel zu sagen…

Mädchen mit erhobenem Zeigefinger.

Viele Schüler und Schülerinnen können sich nicht bzw. nur mit vertrauten Personen (der Familie, engen Bezugspersonen, …) und manchmal nur in bestimmten und vertrauten Situationen mit ihrer eigenen Sprache verständigen. Ziel der Unterstützten Kommunikation ist es, diesen Schülern und Schülerinnen Möglichkeiten zu erschließen, im sozialen Miteinander ihre Bedürfnisse, Meinungen, Fragen, Gedanken einzubringen und verstanden zu werden.

Hierbei sollen alle kommunikativen Fähigkeiten eines Menschen erweitert werden (Blickbewegungen, Mimik, Laute, Gestik, Körperhaltung, Körperbewegung, Gebärden/Handzeichen, nicht elektronische Hilfen, elektronische Hilfen, Schriftsprache), wobei keine spezifischen Voraussetzungen bei dem nicht lautsprachlich kommunizierenden Menschen bestehen müssen. Eine bestimmte kognitive Ausgangslage zur Mindestvoraussetzung zu erklären, ist nicht Intention von Unterstützter Kommunikation, sondern es wird davon ausgegangen, dass in jedem Menschen Kommunikationsbedürfnisse geweckt und erweitert werden können. Unterstützte Kommunikation beinhaltet demnach die Voraussetzungslosigkeit als grundsätzliches Prinzip. Die Methoden der Anbahnung und des Aufbaus eines Kommunikationssystems müssen den individuellen Möglichkeiten des Menschen angepasst werden.

Die Entwicklung individueller Kommunikationssysteme basiert somit auf verschieden Bereichen:
Symbole Symbolsprache, hier wird Sprache in Bildern/Piktogrammen dargestellt, wie z. B. mit Fotos oder auch PC-Symbolen.
Gebärden die Gebärden der Deutschen Gebärdensprache bieten eine Alternative zur Lautsprache, insbesondere für schwerhörige und gehörlose körperbehinderte Schülerinnen und Schüler. Die Gebärden sind darüber hinaus für die geistig behinderten Schülerinnen und Schüler ein zusätzliches Angebot Sprache zu veranschaulichen und über mehrere Sinne aufzunehmen.
Elektronische Hilfsmittel Taster und Buttons machen für schwerstmehrfachbehinderte Schüler und Schülerinnen das Ursache-Wirkung-Prinzip erfahrbar. Aber auch kurze Aussagen sind mit den Schaltern möglich. Die größte Entwicklung auf diesem Gebiet hat jedoch die Computertechnik ermöglicht. Sprechen mit Sprachcomputern, den sog. Talkern. Auch im Bereich der Computerlernprogramme und Symbolsammlungen hat der Markt mittlerweile einiges zu bieten.

Schülerin stellt mit Hilfe eines Mixers Kräuterquark für das Schulbistro her.
Schülerin stellt Kräuterquark für das Schulbistro her.

In der Praxis…

An der Christoph-Graupner-Schule existiert seit 2005 ein UK-Team. Die Kollegen und Kolleginnen des UK-Teams beobachten, diagnostizieren, beraten und fördern. Gemeinsam werden zu Beginn jedes neuen Schuljahres die UK-Fördergruppen (Talkergruppe, Gebärdengruppe) bzw. UK-Einzelförderungen ein- bzw. aufgeteilt. Einstieg in diese spezielle Förderung ist das Erfassen der bereits bestehenden kommunikativen Fähigkeiten der an diesem Angebot teilnehmenden Schülerinnen und Schüler unter zu Hilfenahme von Diagnosebögen im Rahmen von Spiel- und Lernsituationen. Auf dem Hintergrund der erhobenen Fähigkeiten wird individuell ein Programm unter Berücksichtigung der Umsetzung in einer Kleingruppe erarbeitet.

Benötigte Materialien werden von den UK-Lehrkräften hergestellt oder angeschafft. Dabei gehen wir von einer langsamen Entwicklung im Prozess der Umsetzung aus. Die vielen kleinen Lernschritte müssen überlegt, reflektiert und abgesprochen werden.
In Absprache mit den jeweiligen Klassenteams findet die Umsetzung innerhalb der jeweiligen Einzelförderung oder Lerngruppe statt. Es werden Materialien hergestellt, die auch im Schulalltag Verwendung finden wie z.B. Symboltafeln für das Frühstück.

Eine Zusammenarbeit mit Eltern wird immer angestrebt, da sie wertvolle Informationen zu Kommunikationsformen ihrer Kinder geben können. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur Hospitation, zu Einzelgesprächen und Hausbesuchen. Gerne stehen wir den Eltern bei der Entscheidung für elektronische und nicht elektronische Kommunikationsgeräte beratend zur Seite.

Zur gegenseitigen Unterstützung der Kollegen und Kolleginnen, die bereits in diesem Bereich arbeiten oder arbeiten wollen, existiert ein überregionaler Arbeitskreis „UK Regionalgruppe Hessen Süd“, in dem wir uns gegenseitig unterstützen, mit anderen Schulen austauschen und weiterbilden. Wir erhoffen uns davon, als Multiplikatoren in den Einrichtungen wirken zu können.
Darüber hinaus bietet das UK-Team der Christoph-Graupner-Schule Beratungen und Fortbildungen an.

Stephanie Spalt


 
 
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